Kleine Nachlese zum Ostermarsch 2026

Nie zuvor gab es so viele Kriege und Krisenherde als Anlässe für die traditionellen Demonstrationen und Kundgebungen der Friedensbewegung. Wie zum Beispiel: Der völkerrechtswidrige Krieg Russlands in der Ukraine, der Völkermord Israels in Gaza und der Einmarsch israelischer Truppen im Süden des Libanon, der völkerrechtswidrige Angriff der USA auf den Iran (…) Die Friedensbewegung richtete dabei eine deutliche Forderung an die Bundesregierung, diplomatische Initiativen für Frieden zu intensivieren statt immer weiter aufzurüsten.

Während der Osterfeiertage fanden laut Willi van Oyoyen, dem Sprecher des Ostermarschbüros Frankfurt in mehr als 120 Städten Kundgebungen, Mahnwachen, Friedensgottesdienste und andere Aktionen statt; In Berlin waren es nach Angaben der Veranstalter 6.000 Menschen, in Stuttgart ebenso viele.

Die Tatsache, dass angesichts der Kriegsgefahr und multipler Krisen die Beteiligung überschaubar war, sollte nicht zum nostalgischen Rückblick auf die 80er Jahre führen, sondern zur Fokussierung auf die zentrale Aufgabe der Friedensbewegung: Die Ablehnung des Kriegs und der Friedenswille der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung müssen in einen massenhaften Protest gegen die Politik der Kriegstreiberei und den Weg in eine Kriegswirtschaft, die lediglich den Interessen der aggressivsten Kreise des deutschen Kapitals dienen, transformiert werden.

Unsere Aufgabe ist,  Dialoge zu führen und Bündnisse mit allen zu schmieden, die NEIN sagen:

mit der jungen Generation, die nicht gewillt ist, zum Dienst an der Waffe gezwungen zu werden und sich einer kriegstreiberischen Politik zu unterwerfen.

mit Müttern und Vätern, die sich weigern, ihre Kinder Ares, dem Kriegsgott, zu opfern.

mit Medienschaffenden, die nicht länger bereit sind, gebetsmühlenartig Feindbilder zu produzieren, die schon zweimal als Begründungen für die Entfesselung eines Weltkriegs hergehalten haben.

mit Menschen in den Betrieben, denen von denjenigen, die nicht bereit sind, absurd hohe Vermögen zu besteuern, erzählt wird, dass sie zu wenig arbeiten und gefälligst den Gürtel enger schnallen sollen.

mit Menschen, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten, die mit einer Austeritätspolitik konfrontiert werden, die Gesundheitswesen und Pflege dem Spardiktat einer Kriegswirtschaft unterordnet.

mit Lehrerinnen und Lehrern, die trotz überfüllter Lernräume, fehlender Sachmittel und maroder Schulgebäude einen großartigen Job machen.

mit Gläubigen, die sich nicht von den Kirchenhierarchien erzählen lassen, dass man einen gerechten Krieg unterstützen müsse und die nicht bereit sind, sich einer Kreuzzugsideologie zu unterwerfen.