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Freiheit für Jurij Scheljaschenko

Freiheit für Jurij Scheljaschenko

Wir fordern die Freilassung aller Kriegsdienstverweigerer in russischen und ukrainischen Gefängnissen. Nach unserer Kampagne, in der wir die Bundesregierung aufgefordert haben, russischen Kriegsdienstverweigerern Asyl zu gewähren, geht es nun um einen aktuellen Fall in der Ukraine.

Jurij Scheljaschenko hat den Kriegsdienst aus Gewissensgründen verweigert. Wir schließen uns der Forderung der Internationale der Kriegsdienstgegner*innen zur sofortigen Freilassung des ukrainischen Kriegsdienstverweigerers Jurij Scheljaschenko an. Jurij wurde am 19. März 2026 ohne juristische Begründung und unter Missachtung seiner Rechte als Beschuldigter festgenommen. Vermutlich steht seine Festnahme und die wahrscheinlich folgende zwangsweise Einziehung an die Kriegsfront in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner öffentlich erklärten Verweigerung des Wehrdienstes in der ukrainischen Armee.

Jurij Scheljaschenko ist Geschäftsführer der Ukrainischen Pazifistenbewegung, einer Sektion der War Resisters International (WRI) sowie Vorstandsmitglied des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung. 2024 wurde er mit dem Ludwig-Baumann-Preis des Carl-von-Ossietzky-Solidaritätsfonds ausgezeichnet.

Gemeinsam mit anderen Kriegsgegner*innen hat er gegen Zwangsrekrutierungen junger Menschen in der Ukraine und gegen die unmenschliche Behandlung von Kriegsdienstverweigerern in den Rekrutierungszentren protestiert.

Wir fordern von allen Staaten:

  • Menschenrechtsverteidiger*innen und Kriegsdienstverweigerer dürfen nicht wegen ihres Engagements für Frieden und Gewaltfreiheit kriminalisiert werden.
  • Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung muss im Einklang mit internationalen Standards uneingeschränkt respektiert werden.
  • Kriegsdienstverweigerer müssen den notwendigen Schutz vor Verfolgung in ihrem Heimatland haben.
  • Kriegsdienstverweigerer aus Russland, der Ukraine und anderen Staaten muss in unserem Land Asyl gewährt werden.

Die Maßnahmen gegen Jurij Scheljaschenko verstoßen gegen Artikel 18(2) des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR), der Zwangsmaßnahmen verbietet, die die Gedanken-, Gewissens-und Religionsfreiheit beeinträchtigen.

Unseren Protest für die Freilassung von Jurij Scheljaschenko können wir durch eine konkrete Forderung an die entsprechenden ukrainischen Behörden zum Ausdruck bringen.

Ihr könnt Euer Schreiben an folgende Adressen richten:

Weitere Informationen findet Ihr unter folgenden Links:

https://de.connection-ev.org/article-4702

https://dfg-vk.de/ukrainischem-kriegsdienstverweigerer-droht-zwangsrekrutierung-durch-das-militaer/.

Vorlage für ein Schreiben an die ukrainischen Behörden

Betreff: Rechtswidrige Verfolgung von YURII SHELIAZHENKO

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte auf diesem Weg meine tiefe Besorgnis über die anhaltende Verfolgung des ukrainischen Menschenrechtsverteidigers Yurii Sheliazhenko zum Ausdruck bringen, der aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigert. Er ist ständig der drohenden Gefahr ausgesetzt, verhaftet und im Rahmen des ukrainischen Systems der allgemeinen Wehrpflicht, das durch Zwangsmaßnahmen wie willkürliche Inhaftierungen und Überstellungen an Wehrpflichtämter durchgesetzt wird, zwangsweise zur Armee eingezogen zu werden. Diese Praxis verstößt gegen internationale Standards und stellt eine schwerwiegende Verletzung der Rechte derjenigen dar, die aus Gewissensgründen den Militärdienst verweigern. Die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen ist ein Menschenrecht, das in Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte und in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist. Dieses Recht gilt in Kriegs- und in Friedenszeiten.

Ich fordere die ukrainischen Behörden nachdrücklich auf, die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerinnen und Kriegsdienstverweigerern zu beenden, insbesondere von Herrn Sheliazhenko, der sich seit 1998 öffentlich zur Kriegsdienstverweigerung bekannt hat.

Ich fordere die ukrainische Regierung auf, die Kriminalisierung derjenigen einzustellen, die ihr Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung ausüben.

Ich fordere die ukrainischen Behörden außerdem nachdrücklich auf, die Anschuldigung der angeblichen „Rechtfertigung der russischen Aggression” gegen Herrn Sheliazhenko aufgrund seiner pazifistischen Äußerungen, in denen er zu gewaltfreiem Widerstand gegen die russische Aggression aufrief und diese zusammen mit allen anderen Kriegen verurteilte, zurückzuziehen und sicherzustellen, dass seine Meinungsfreiheit und seine Rechte in Übereinstimmung mit internationalen Standards durch die ukrainischen Gesetze geschützt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Regarding: UNLAWFUL PERSECUTION OF YURII SHELIAZHENKO

Dear Ladies and Gentlemen,

I wish to express my deep concern about the ongoing persecution of Ukra-inian human rights defender Yurii Sheliazhenko, a conscientious objector to military service. He is constantly under the imminent threat of arrest and forced conscription into the Ukrainian army under the universal conscription system, which is enforced through coercive measures such as arbitrary detention and transfers to conscription offices. This practice violates international standards and constitutes a grave infringement of the rights of conscientious objectors. Conscientious objection to military service is a human right enshrined in Article 18 of the International Covenant on Civil and Political Rights and Article 18 of the Universal Dec-laration of Human Rights. This right applies in times of war and peace.

 I urge the Ukrainian authorities to end the persecution of conscientious objectors, especially Mr. Sheliazhenko, who has publicly declared his conscientious objection since 1998.

I urge the Ukrainian government to cease the criminalization of those exer-cising their human right to conscientious objection

.

I further urge the Ukrainian authorities to withdraw the charge of allegedly “justifying Russian aggression” against Mr. Sheliazhenko based on his pa-cifist statements in which he called for nonviolent resistance to Russian aggression and condemned it, along with all other wars, and to ensure that his freedom of expression and his rights are protected by Ukrainian law in accordance with international standards. Sincerly,