Der Aufruf zum Bonner Ostermarsch 2026
Ja zu unserer Zukunft! Kriegsvorbereitung stoppen!
Wir gehen auf die Straße
- für zivile Konfliktlösungen und Verhandlungen zur Beendigung von Kriegen
- für die Anerkennung und Stärkung des Völkerrechts
- für die Abschaffung von Atomwaffen
- für verbindliche Rüstungsbegrenzung und Abrüstung
- für Klimaschutz, Bildung und Ausbau des Sozialstaats
- für solidarisches Zusammenleben und internationale Solidarität
Die Anzahl der Kriege und bewaffneten Konflikte weltweit, u.a. in Gaza, in der Ukraine, in den kurdischen Gebieten und Sudan, erreichte 2024/2025 ein historisches Hoch und verursachte unendliches Leid, forderte unzählige Opfer und trieb Millionen in die Flucht. Der Kampf um die Neuaufteilung der Welt ist in vollem Gange. Es geht um Märkte, Rohstoffe und Einflusssphären. Souveräne Staaten werden bedroht und angegriffen, internationale Organisationen geschwächt und Rüstungskontrollverträge gekündigt. Das Völkerrecht wird offen sabotiert. Entscheiden soll nur die Macht des Stärkeren.
Die Ausgaben für das Militär explodieren. Sie stiegen jährlich weltweit auf 2,4 Billionen Euro (Stand 2024). Das wäre genug, um den Hunger in der Welt zu beseitigen, jedem eine Gesundheitsversorgung und Bildung zukommen zu lassen und effektiv die Klimakatastrophe zu bekämpfen.
Deutschland macht hierbei nicht nur mit, sondern stellt sich an die Spitze. Die deutschen Militärausgaben stiegen im Jahr 2024 um 28 Prozent und lagen 2025 bei über 80 Milliarden Euro. Somit ist Deutschland bei den Militärausgaben weltweit auf dem 4. Platz. Und diese Ausgaben sollen perspektivisch verdreifacht werden, um das 5%-Ziel der NATO zu erreichen. Die Aktienkurse der Rüstungskonzerne schießen in die Höhe. Der innerhalb von 5 Jahren um 1.900% gestiegene Aktienkurs von Rheinmetall steht dabei nur exemplarisch für den Rüstungswahnsinn. Krieg ist ein gutes Geschäft.
Ergänzt wird die deutsche Aufrüstung durch die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenraketen im Herbst dieses Jahres. Zusammen mit den immer noch in Büchel/Eifel lagernden US-Atomwaffen erhöhen sie die die Gefahr eines atomaren Krieges in Mitteleuropa.Auch das Festhalten an der nuklearen Teilhabe, die Bestellung von 35 F-35-Kampfflugzeugen als Transportmittel für die Atombomben und der wiederholte Ruf nach eigenen Atomwaffen steigern diese Gefahr.
Die deutsche Aufrüstung hat ihren Preis. Uns wird weisgemacht, dass für notwendige Sozialausgaben kein Geld da sei. Es fehlen Mittel zur Bekämpfung der um sich greifenden Armut von Kindern, Jugendlichen und alten Menschen. Die Krankenhäuser sind überlastet, die Schulen marode und die Brücken einsturzgefährdet. Dies geht einher mit weitreichenden Kürzungen im sozialen Bereich, wie der geplanten Abschaffung des Pflegegrad 1 oder die verschärften Sanktionen in der Grundsicherung. Auch die Bewältigung der Klimakrise, eine der größten Bedrohungen unserer Zeit, scheint vollkommen irrelevant geworden sein.
Gleichzeitig erleben wir eine zunehmende Militarisierung des Alltags. Plakate der Bundeswehr säumen die Straße, Jugendoffiziere werben in den Schulen, die Wehrpflicht wird Schritt für Schritt wieder eingeführt. Mit dem „Operationsplan Deutschland“ sollen alle Bereiche kriegstüchtig gemacht werden. Dafür werden Bedrohungsszenarien aufgebaut, um die Bevölkerung auf Krieg einzustimmen. Ständig wird uns eingehämmert, dass eutschland sich verteidigen können muss, weil Russland angeblich eine Bedrohung der europäischen Sicherheit darstelle. Obwohl Russland auch auf militärische Gewalt setzt, wie der Krieg gegen die Ukraine zeigt, ist die Annahme, dass Russland in wenigen Jahren in ein NATO-Staat einmarschieren wird, jedoch realitätsfern.
Selbst ohne die USA sind die NATO-Staaten Russland militärisch weit überlegen, wie spätestens die „Wann ist genug?“-Studie von Greenpeace in 2024 zeigte. Wozu brauchen wir die Steigerung der jetzt schon estehenden militärischen Überlegenheit? Sicher nicht für eine friedliche Zukunft! Gegen diese Aufrüstung, Krieg und Militarisierung setzen wir auf eine Politik des solidarischen Zusammenlebens. Wir fordern zivile Konfliktlösungen; pannungen und Kriege müssen durch Verhandlungen beendet und Militärbündnisse, wie z.B. die NATO überwunden werden. Wir setzen uns ein für Verträge über Rüstungsbegrenzungen, für die Ächtung von Atomwaffen und eine massive Abrüstung. Um Spannungen zu überwinden, setzen wir auf internationale Solidarität, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit.
Dafür brauchen wir den Ausbau des Völkerrechts als Garant für ein Zusammenleben aller Menschen ohne Krieg, Hunger und Not.
Für diese Ziele machen wir uns stark. Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht geben uns Mut und zeigen, wie ein Widerstand gegen die Militarisierung aussehen kann. Um eine breite Friedensbewegung zu ermöglichen – und eine solche ist erforderlich – müssen wir in unseren Schulen und Universitäten, in Betrieben und Wohnvierteln aktiv werden. Für eine solidarische und friedliche Welt! Sagen wir NEIN zur Kriegsvorbereitung und JA zu nserer Zukunft!
Wir fordern:
- Sofortige Beendigung aller Kriege!
- Keine Aufrüstungsprogramme! Keine Produktion und Beschaffung von Angriffswaffen! Vergesellschaftung der Rüstungsproduktion! Keine Rüstungsexporte!
- Keine Auslandseinsätze! Keine Rüstungsexporte!
- Keine Wehrpflicht und keine Zwangsdienste! Kein Werben fürs Sterben – Bundeswehr raus aus den Schulen!
- Keine US-Mittelstreckenraketen in Deutschland! Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag! Nein zur atomaren Teilhabe! Europa atomwaffenfrei! Hierfür muss sich die Stadt Bonn als Mitglied des Städtebündnisses „Mayors for Peace“ verstärkt einsetzen.
- Anstelle von Rüstung müssen Investitionen in zivile Projekte und Bedarfe höchste Priorität haben.
- Schutz und Asyl für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure! Flüchtende solidarisch aufnehmen und Fluchtursachen bekämpfen!
Dabei kann es kein Zusammengehen mit Rechtsradikalen und Faschisten geben, weder in Deutschland oder Europa noch in anderen Teilen der Welt.
Kontakt: Vorbereitungsgruppe Bonner Ostermarsch: ostermarsch@naturfreundebonn.de

