Gedichte gegen den Krieg

Himmel voller Geigen

Lasst Gewehre, lasst Geschütze schweigen!
Lauf und Rohr sollt ihr zu Pflügen schmieden,
aus dem Sprengstoff Cremes und Seifen sieden
und vor Mars und Thor das Knie nicht beugen!

Krieg gefällt Morbiden und Perfiden.
Ihrer Feindschaft, ihrem Hass entsteigen
Waffen, die Ruin und Tod erzeugen,
Wüsten, Waisen, Witwen, Invaliden.

Macht statt Kampf euch lieber Kunst zu eigen!
Baut Arenen! Sport soll euch ermüden!
Geht ins Kino! Singt, lacht, sonnt im Süden!
Spielt Musik und tanzt Hip-Hop, Swing, Reigen!

Schließt den Janustempel! Stiftet Frieden!
Und ihr hängt den Himmel euch voll Geigen.

Thomas Kaut
1. März 2023

Mensch sein!

Friede könnte walten in der Welt,
wollten Reiche ihren Reichtum mindern
und ihn teilen mit des Hungers Kindern,
da Genüge sie zufrieden stellt.

Statt den Reichtum der Natur zu plündern,
die, von Gier nach Gütern, Glück und Geld
rücksichtslos bedrängt, ins Koma schnellt,
gilt es, diesen Reichtum nicht zu mindern.

Großmut nicht der Eigensucht verfällt,
möcht’ Begehrlichkeit und Krieg verhindern;
denn die führen doch nur zum geschwinden
Schwund des Erdgestirns am Himmelszelt.

Lasst uns lieber Leid und Elend lindern,
ehe Luxus uns ums Mensch-Sein prellt!

Thomas Kaut
14. Januar 2024

Nein!

Kann jemals Friede werden und gedeihen,
wenn man den Fremden sich als Feind erschielt,
gewissenlos ihm Wert und Würde stiehlt
und wähnt, dass Deutsche einzigartig seien?

Kann jemand, der statt Groß- bloß Hochmut fühlt,
sich nicht entblödet, Rausch und Angst zu streuen,
ein Herz, das Glück und Trost entbehrt, erfreuen,
indem er mit dem Seelenleben spielt?

Kann je von Hassgefühlen sich befreien,
wer stets statt heißen Bluts sein Mütchens kühlt,
sich ungeniert in seinem Dünkel sielt
und weder Tücke will noch Häme scheuen?

„Bekenne deine Schuld!”, Vernunft befiehlt.
„Geht denn frei Atmen, ohne zu bereuen?”

Thomas Kaut
11. Juni 2025