Nächstenliebe und Menschlichkeit sind die gemeinsame Basis im Kampf für eine bessere Welt.

Ignatius von Loyola übergibt Jesus eine rote Fahne. (Wandbild, Il Gesù, Hauptkirche des Jesuitenordens, Rom)
Ihr findet in diesem Menüblock Texte über Menschen, Gedanken und Ereignisse, die deutlich machen und an Beispielen konkretisieren, wie ein humanistischer Grundkonsensus und die Vision einer Gesellschaft ohne Ausbeutung dogmatische, engstirnige Grenzziehungen überwinden.
Gemeinsamkeiten
Von Beginn an haben die offiziellen Kirchen Marx und seine Lehre verteufelt und als nicht mit den Grundsätzen der christlichen Lehre vereinbar kritisiert. Andererseits haben manche Marxisten die christlichen Religionen ausschließlich als Herrschaftsideologie interpretiert.
Wenn wir im Gegensatz dazu die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellen, beziehen wir uns nicht auf die etablierten Institutionen, sondern auf den humanistischen und emanzipatorischen Grundgedanken der Evangelien sowie auf die durchaus differenzierte Betrachtung der Religion in den Schriften von Marx und seinen Nachfolgern. Wir schauen auf die Menschen, die im antifaschistischen Widerstand als Christen, Kommunisten und Sozialisten unterschiedlicher Couleur gemeinsam Seite an Seite gekämpft haben. Sie waren sich einig in ihrer Haltung gegen Krieg, Rassismus, Ausbeutung und Herrenideologie. Wir schauen auf diejenigen, die einen vorurteilsfreien Dialog führen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher weltanschaulicher Strömungen als Ressource auf dem Weg in eine Gesellschaft ohne Ausbeutung betrachten. Zu diesen Menschen gehört der Informatiker, Wissenschaftsphilosoph und emeritierte Hochschullehrer der Humbold-Universität, Klaus Fuchs-Kittkowski. In einem Vortrag, aus dem wir im Folgenden einen Auszug zitieren, hat er den Gedanken der synergetischen Ressourcen von Marxismus und Christentum dargestellt:
„Für ein von der modernen Naturwissenschaft geprägtes dialektisches und materialistisches Denken ist die Zukunft offen. Deterministische oder teleologische Konzeptionen, durch die die Entwicklung entweder schon von der Vergangenheit oder von der Zukunft her eindeutig bestimmt wird, entsprechen nicht dem Stand der heutigen Philosophie, Natur- und Sozialwissenschaften.
Die Dialektik der Marxschen Theorie und die Werte des christlichen Evangeliums ermöglichen eine gegenseitige Bereicherung im Dienste für eine menschlichere Gesellschaft.“
(Vortrag von Klaus Fuchs-Kittowski auf der Internationalen Tagung der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin im Jahr 20218 anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx)

