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4. April 2026
Aufruf zum Bonner Ostermarsch 2026
Ja zu unserer Zukunft!
Kriegsvorbereitung stoppen!
Wir gehen auf die Straße
für zivile Konfliktlösungen und Verhandlungen zur Beendigung von Kriegen
für die Anerkennung und Stärkung des Völkerrechts
für die Abschaffung von Atomwaffen
für verbindliche Rüstungsbegrenzung und Abrüstung
für Klimaschutz, Bildung und Ausbau des Sozialstaats
für solidarisches Zusammenleben und internationale Solidarität
Die Anzahl der Kriege und bewaffneten Konflikte weltweit, u.a. in Gaza, in der Ukraine, in den
kurdischen Gebieten und Sudan, erreichte 2024/2025 ein historisches Hoch und verursachte
unendliches Leid, forderte unzählige Opfer und trieb Millionen in die Flucht. Der Kampf um die
Neuaufteilung der Welt ist in vollem Gange. Es geht um Märkte, Rohstoffe und Einflusssphären.
Souveräne Staaten werden bedroht und angegriffen, internationale Organisationen geschwächt und
Rüstungskontrollverträge gekündigt. Das Völkerrecht wird offen sabotiert. Entscheiden soll nur die
Macht des Stärkeren.
Die Ausgaben für das Militär explodieren. Sie stiegen jährlich weltweit auf 2,4 Billionen Euro
(Stand 2024). Das wäre genug, um den Hunger in der Welt zu beseitigen, jedem eine
Gesundheitsversorgung und Bildung zukommen zu lassen und effektiv die Klimakatastrophe zu
bekämpfen.
Deutschland macht hierbei nicht nur mit, sondern stellt sich an die Spitze. Die deutschen
Militärausgaben stiegen im Jahr 2024 um 28 Prozent und lagen 2025 bei über 80 Milliarden Euro.
Somit ist Deutschland bei den Militärausgaben weltweit auf dem 4. Platz. Und diese Ausgaben
sollen perspektivisch verdreifacht werden, um das 5%-Ziel der NATO zu erreichen.
Die Aktienkurse der Rüstungskonzerne schießen in die Höhe. Der innerhalb von 5 Jahren um 1.900
% gestiegene Aktienkurs von Rheinmetall steht dabei nur exemplarisch für den Rüstungswahnsinn.
Krieg ist ein gutes Geschäft.
Ergänzt wird die deutsche Aufrüstung durch die Stationierung von US-amerikanischen
Mittelstreckenraketen im Herbst dieses Jahres. Zusammen mit den immer noch in Büchel/Eifel
lagernden US-Atomwaffen erhöhen sie die die Gefahr eines atomaren Krieges in Mitteleuropa.
Auch das Festhalten an der nuklearen Teilhabe, die Bestellung von 35 F-35-Kampfflugzeugen als
Transportmittel für die Atombomben und der wiederholte Ruf nach eigenen Atomwaffen steigern
diese Gefahr.
Die deutsche Aufrüstung hat ihren Preis. Uns wird weisgemacht, dass für notwendige
Sozialausgaben kein Geld da sei. Es fehlen Mittel zur Bekämpfung der um sich greifenden Armut von
Kindern, Jugendlichen und alten Menschen. Die Krankenhäuser sind überlastet, die Schulen marode
und die Brücken einsturzgefährdet. Dies geht einher mit weitreichenden Kürzungen im sozialen
Bereich, wie der geplanten Abschaffung des Pflegegrad 1 oder die verschärften Sanktionen in der
Grundsicherung. Auch die Bewältigung der Klimakrise, eine der größten Bedrohungen unserer Zeit,
scheint vollkommen irrelevant geworden sein.
Gleichzeitig erleben wir eine zunehmende Militarisierung des Alltags. Plakate der Bundeswehr
säumen die Straße, Jugendoffiziere werben in den Schulen, die Wehrpflicht wird Schritt für Schritt
wieder eingeführt. Mit dem „Operationsplan Deutschland“ sollen alle Bereiche kriegstüchtig
gemacht werden. Dafür werden Bedrohungsszenarien aufgebaut, um die Bevölkerung auf Krieg
einzustimmen. Ständig wird uns eingehämmert, dass Deutschland sich verteidigen können muss,
weil Russland angeblich eine Bedrohung der europäischen Sicherheit darstelle. Obwohl Russland
auch auf militärische Gewalt setzt, wie der Krieg gegen die Ukraine zeigt, ist die Annahme, dass
Russland in wenigen Jahren in ein NATO-Staat einmarschieren wird, jedoch realitätsfern.
Selbst ohne die USA sind die NATO-Staaten Russland militärisch weit überlegen, wie spätestens
die „Wann ist genug?“-Studie von Greenpeace in 2024 zeigte. Wozu brauchen wir die Steigerung
der jetzt schon bestehenden militärischen Überlegenheit? Sicher nicht für eine friedliche Zukunft!
Gegen diese Aufrüstung, Krieg und Militarisierung setzen wir auf eine Politik des solidarischen
Zusammenlebens. Wir fordern zivile Konfliktlösungen; Spannungen und Kriege müssen durch
Verhandlungen beendet und Militärbündnisse, wie z.B. die NATO überwunden werden. Wir setzen
uns ein für Verträge über Rüstungsbegrenzungen, für die Ächtung von Atomwaffen und eine
massive Abrüstung. Um Spannungen zu überwinden, setzen wir auf internationale Solidarität,
Gerechtigkeit und Zusammenarbeit.
Dafür brauchen wir den Ausbau des Völkerrechts als Garant für ein Zusammenleben aller
Menschen ohne Krieg, Hunger und Not.
Für diese Ziele machen wir uns stark. Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht geben uns Mut und
zeigen, wie ein Widerstand gegen die Militarisierung aussehen kann. Um eine breite
Friedensbewegung zu ermöglichen – und eine solche ist erforderlich – müssen wir in unseren
Schulen und Universitäten, in Betrieben und Wohnvierteln aktiv werden. Für eine solidarische und
friedliche Welt! Sagen wir NEIN zur Kriegsvorbereitung und JA zu unserer Zukunft!
Wir fordern
Sofortige Beendigung aller Kriege!
Keine Aufrüstungsprogramme! Keine Produktion und Beschaffung von Angriffswaffen!
Vergesellschaftung der Rüstungsproduktion! Keine Rüstungsexporte!
Keine Auslandseinsätze! Keine Rüstungsexporte!
Keine Wehrpflicht und keine Zwangsdienste! Kein Werben fürs Sterben – Bundeswehr raus
aus den Schulen!
Keine US-Mittelstreckenraketen in Deutschland! Beitritt zum UN-
Atomwaffenverbotsvertrag! Nein zur atomaren Teilhabe! Europa atomwaffenfrei! Hierfür
muss sich die Stadt Bonn als Mitglied des Städtebündnisses „Mayors for Peace“ verstärkt
einsetzen.
Anstelle von Rüstung müssen Investitionen in zivile Projekte und Bedarfe höchste Priorität
haben.
Schutz und Asyl für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure! Flüchtende solidarisch
aufnehmen und Fluchtursachen bekämpfen!
Dabei kann es kein Zusammengehen mit Rechtsradikalen und Faschisten geben, weder in
Deutschland oder Europa noch in anderen Teilen der Welt.
Beschlossen am 17.02.2026
Kontakt: ostermarsch@naturfreundebonn.de
Wir bitten um Unterstützung des Bonner Ostermarsches durch Gruppen und Personen.

