Information zu den Bonner Friedenstagen

Bonner Friedenstage

Der 21. September ist der „Internationale Friedenstag“. Die Vereinten Nationen haben 2001 beschlossen , dass am 21. September jeden Jahres das Engagement für Frieden – sei es im lokalen, nationalem oder internationalem Rahmen – gewürdigt werden soll. Für 24 Stunden sollen weltweit und bedingungslos die Waffen ruhen. Regierungen, internationale Organisationen, Bürger und Bürgerinnen sind aufgerufen, Beiträge zur Förderung des Friedens zu beraten.

In vielen Ländern wird dieser Tag zum Anlass genommen, das Nachdenken über Konflikte, Kriege und Ansätze der Friedensarbeit in die Öffentlichkeit zu tragen.

Am 21. September 2006 fanden erstmals Veranstaltungen zum Internationalen Friedenstag in Bonn statt. Ein Koordinierungskreis aus Bonner Organisationen hatte sich auf Initiative der Plattform Zivile Konflfiktbearbeitung und des Frauennetzwerks für Frieden hierfür gegründet.

Die Vielfalt der Mitwirkenden motivierte auch weitere Organisationen sich in den letzten 19 Jahren zu engagieren:

Einige sind aktiv in der politischen Bildung, andere friedenspolitisch engagiert oder in der Entwicklungszusammenarbeit, in der Vernetzung friedenspolitischer Akteure, in der Erarbeitung wissenschaftlicher Expertisen oder im künstlerischen Bereich. Sie verbindet der Einsatz für die Förderung des Friedens, vom Lokalen bis hin zum Globalen.

Seit knapp 20 Jahren organisiert der Koordinationskreis die „Bonner Friedenstage“ zusammen mit seinen Kooperationspartnern. Er lädt die Bonnerinnen und Bonner ein, sich zu informieren und zu debattieren, tätig zu werden und Frieden mit zu gestalten.

Schwerpunkte der Bonner Friedenstage liegen auf der kritischen Diskussion aktueller Friedensthemen – wie z.B. auf der Hauptveranstaltung im Alten Rathaus. Der Blick richtet sich auch auf die Förderung ziviler Konfliktbearbeitung als Alternative zum militärischen Eingreifen. Welche Beispiele und Erfahrungen konstruktiver Friedensarbeit gibt es und was können wir daraus lernen?

Konflikte und Kriege sind nicht nur ein schwieriges Thema für Erwachsene: Auch Kinder und Jugendliche stellen Fragen, wollen Antworten finden und sich engagieren. So ist der Bonner Friedenslauf der Bonner Schulen traditionell Teil des Programms.

 „Aktive Erinnerungskultur“

Die Bonner Friedenstage eröffnen Räume, um mit allen Sinnen den Frieden zu fördern. Die Aufstellung der Bertha von Suttner – Skulptur im Zentrum Bonns.

Anlässlich „70 Jahre Bertha-von Suttner-Platz Bonn 1949-2019“ wurde eine Straßenbahn mit ihrem Aufruf für den Frieden gestaltet.

Bonner Friedensweg –2023 wurde der Bonner Friedensweg mit 11 Stationen vom Frauennetzwerk für den Frieden und dem Netzwerk Friedenskooperative eröffnet, Denkmäler, Gebäude und Plätze, stehen exemplarisch für die Friedensgeschichte Bonn und lädt zum Perspektivenwechsel in der öffentlichen Erinnerungskultur ein.

Vorläufer sind das europäische „Life long learning“ Projekt, das bis 2020 verschiedene Friedenswege und dem Namen „discoverpeace“ gefördert, u.a. in Turin, Manchester, Wien oder Berlin unterstützt hat. Die „Peace Trails“ sollen Bürger*innen und Tourst*innen dieser Städte mit Friedensorten im öffentlichen Raum vertraut machen.

Weiterhin ist die Aufstellung eines Deserteurs Denkmals geplant. 40 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen haben einen entsprechenden Antrag für den Bürgerausschuss der Stadt Bonn unterzeichnet. Die Initiative „Mit Jesus und Marx“ hat die Kampagne unterstützt. Im Bürgerausschuss der Stadt wurde der Antrag mit großer Mehrheit angenommen.

Seit Beginn der Bonner Friedenstage unterstützen die Oberbürgermeister*innen und die Stadt Bonn die Bonner Friedenstage. Als UN-Stadt und Sitz von 150 internationalen Nichtregierungsorganisationen fühlt sich die Stadt in besonderer Weise mit dem UN Peace Day verbunden.

Auch in diesem Jahr werden im September die Bonner Friedenstage zu einem vielfältigen Programm einladen, das im Sommer verfügbar sein wird.

https://www.frauennetzwerk-fuer-frieden.de/themen/bertha-von-suttner/bertha-bahn-2019.html

Gaby Weber

Koordinatorin der Bonner Friedenstage